Wappen Orden der Ritter des Heiligen Kreuzes

Ein Kreuz,
viele Gemeinschaften

Über die ökumenische Dimension des Ordens der Ritter des Heiligen Kreuzess

Der Orden der Ritter des Heiligen Kreuzes ist keine weitere Kirche. Er ist auch keine Bewegung, die konfessionelle Identität im Namen einer vage definierten Einheit auflöst. Er ist etwas anderes — und genau das macht seine ökumenische Dimension besonders.

Der Orden vereint Christen verschiedener kirchlicher Traditionen — Katholiken, Lutheraner, Orthodoxe, Christen aus Freikirchen — unter einer einzigen Bedingung: dem Bekenntnis des trinitarischen Glaubens an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Alles andere — Kirchenzugehörigkeit, Liturgie, Detailtheologie — bleibt eine persönliche Angelegenheit jedes Ritters.

„Damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien."

— Evangelium nach Johannes 17, 21

Dieses Gebet Christi im Abendmahlssaal ist kein frommer Wunsch. Es ist ein Programm. Es ist eine Aufgabe, die die Kirche — und mit ihr jeder Christ — für die gesamte Geschichte erhalten hat. Der Orden der Ritter des Heiligen Kreuzes nimmt dieses Gebet ernst.

Was der Ökumenismus des Ordens nicht ist

Der Ökumenismus des Ordens ist kein konfessioneller Relativismus. Wir verkünden nicht, dass alle Konfessionen in allem recht haben, dass Lehrunterscheide unwichtig sind, dass Wahrheit Geschmackssache ist. Jeder Ritter bleibt seiner Kirche und ihrem Lehramt treu. Niemand wird gebeten, seine Überzeugungen aufzugeben.

Der Ökumenismus des Ordens ist auch keine Diplomatie ohne Rückgrat. Wir suchen nicht die billigste Formel des kleinsten gemeinsamen Nenners. Wir suchen etwas Tieferes — ein gemeinsames Fundament, das wahrer und dauerhafter ist als unsere Spaltungen. Dieses Fundament ist Christus selbst.

Sechs Grundsätze des Ökumenismus des Ordens

I
Gemeinsames Fundament
Der Glaube an den dreieinigen Gott — Vater, Sohn und Heiligen Geist — ist die einzige Bedingung für die Ordenszugehörigkeit. Alles andere ist sekundär.
II
Achtung der Tradition
Jeder Ritter bleibt seiner Kirche treu. Der Orden ersetzt die Kirche nicht — er ergänzt ihr Wirken im Bereich der Bruderschaft und des Dienstes.
III
Gleichheit der Würde
Kein Ritter wird aufgrund seiner Konfession diskriminiert. Funktionen im Orden hängen von Qualifikationen, Haltung und Dienst ab — nicht von der Kirchenzugehörigkeit.
IV
Gemeinsames Gebet
Wir beten gemeinsam mit Gebeten, die uns verbinden: Vaterunser, Psalmen, Gebete für die Einheit der Christen. Niemand wird zur Teilnahme an seiner Tradition widersprechenden Riten gezwungen.
V
Kultur des Dialogs
Lehrunterscheide werden mit Respekt und Demut besprochen. Das Herabsetzen, Verspotten oder öffentliche Beleidigen anderer christlicher Traditionen ist verboten.
VI
Gemeinsame Mission
Gemeinsam verteidigen wir das christliche Erbe Europas, unterstützen die Religionsfreiheit und bezeugen die Werte des Evangeliums im öffentlichen Raum.

Disziplin als Fundament der Bruderschaft

Der Orden ist keine Diskussionsrunde und keine lose Bewegung mit schönen Losungen. Er ist ein Orden — mit allen Konsequenzen, die dieses Wort impliziert. Das bedeutet Disziplin, Hierarchie, Verantwortung, Formation.

Genau deshalb ist der Ökumenismus des Ordens möglich und real. Wenn Menschen verschiedener Traditionen im Rahmen einer gemeinsamen Disziplin zusammenkommen — wenn sie sich gemeinsam formen, gemeinsam dienen, füreinander Verantwortung tragen — hören konfessionelle Unterschiede auf, eine Schranke zu sein, und werden zu einem Reichtum.

Fides. Fraternitas. Servitium.

Glaube. Bruderschaft. Dienst.
Unter diesem Banner begegnen sich die Ritter des Heiligen Kreuzess.
Ökumenische Charta lesen → Zur Versammlung anmelden